Naturies Paradies

Aal (Europäischer Flussaal), (Anguilla anguilla L.)

Klasse: Fische (Pisces)

Familie: Aale (Anguillidae)

Der Aal: wohlbekannt und doch geheimnisvoll

Der Aal ist immer noch ein geheimnisumwitterter Fisch, obwohl er schon seit Jahrhunderten erforscht wird.

Die reinen Fakten klingen ganz klar:

Aal

Der Aal lebt als Bodenfisch im Süßwasser europäischer Gewässer, mit Ausnahme der Gewässer, die über die Donau ins Schwarze Meer entwässern. Hier wurde er durch Besatz eingeführt. Außerdem kommt er in Nord- und Ostsee vor. Er ist ein Raubfisch, und seine Nahrung umfasst ein großes Spektrum von Würmern über Wasserinsekten, Schnecken, Krebsen, bis hin zu Fischen.

Die Sinnesleistungen des Aals sind - je nach dem - welchen Sinn man betrachtet, phänomenal bis dürftig.

Der Gesichtssinn des Aals ist sehr schlecht ausgeprägt:
Aale sehen nur schwarzweiß, und das Bild dürfte auch bei etwas über 6.000 Stäbchen/Quadratmillimeter Netzhaut nicht besonders scharf sein.

Dagegen ist ihr Geruchs- und Geschmackssinn über alle Maßen entwickelt:
Die Fische sind zu stereoskopischem Riechen fähig. Ihre Nasenöffnungen sind zwei kleine Röhrchen, mit denen sie die Richtung, aus der Geruch und Geschmack kommen, sehr genau orten können. Versuche mit Rosenwasser, einem Stoff, den Aale nicht mögen, zeigten, dass sie in der Lage sind, einen Tropfen davon, verdünnt mit der 25-fachen Wassermenge des Bodensees, wahrzunehmen. Aale können also einzelne Moleküle riechen. Damit ist ihr Geruchssinn um etliche Größenordnungen besser als der von Hunden!

Das Seitenlinienorgan, mit dem Aale wie auch andere Fische Erschütterungen und Strömungen „sehen“, ist ebenfalls sehr hoch entwickelt.