Naturies Paradies

Moderlieschen (Leucaspius delineatus)

Klasse: Fische (Pisces)

Familie: Karpfenartige (Cyprinidae)

Ordnung: Karpfenähnliche (Cypriniformes)

Aal

Moderlieschen sind kleine, durchschnittlich 5-8 cm, höchstens 12 cm lange Fischchen, die zu den Karpfenähnlichen gehören. Das Moderlieschen hat einen schmalen, torpedoförmigen Körper mit silbern glänzenden großen Schuppen. Oberseits ist das Schuppenkleid braun-grünlich, seitlich silberweiß bis stahlblaugrau. Die Seitenlinie ist nicht vollständig, sondern erstreckt sich nur über 7-12 Schuppen. Sie ist bläulich oder grau. Die Ansatzstellen der paarigen Flossen sind in der Regel leicht rötlich, die Flossen selbst scheinen durch. Die Mundspalte ist steil nach oben gerichtet.

Männchen und Weibchen lassen sich außerhalb der Laichzeit nur schwer unterscheiden, meistens sind die Männchen aber schlanker und kleiner. Bei genauestem Hinsehen kann man die Fische anhand der Afteröffnung (Urogenitalöffnung) unterscheiden, die beim Männchen tiefliegend ist, während sie beim Weibchen drei Auswüchse hat.

Geschlechtsreif werden Moderlieschen am Ende des ersten Lebensjahres. Zur Laichzeit, die von April bis Juni andauert, bildet sich beim Männchen ein Laichausschlag und beim Weibchen wird die Geschlechtsöffnung von zwei großen abgerundeten Warzen begrenzt. Das Weibchen hat eine kurze Legeröhre und klebt die nur etwa 1 mm großen Eier in spiral- oder ringförmigen Bändern an Pflanzenstängel. Nach der daran anschließenden Befruchtung bewacht und beschützt das Männchen die Eier. Es bewegt die Pflanzenstängel und bestreicht die Eier mit einem Hautschleim, der bakterienhemmend wirkt.
Der Laichvorgang wiederholt sich in den nächsten Wochen mehrmals. Nach neun bis zwölf Tagen schlüpfen die kleinen Fischchen.

Moderlieschen sind Schwarmfische, die sich vorzugsweise dicht unter der Wasseroberfläche aufhalten und werden maximal vier Jahre alt, selten aber älter als drei Jahre. Sie ernähren sich überwiegend von tierischem und pflanzlichen Plankton, sind wenig wählerisch und genügsam. Witterungseinflüssen gegenüber sind die Fische widerstandsfähig und auch Sauerstoffarmut vertragen sie recht gut.